Archive for April, 2006

United 93: Bilder aus Shanksville

Sunday, April 30th, 2006

Im letzten Podcast habe ich euch mit ins Kino genommen. Ich habe mir den Film “United 93” angesehen. Wer diesen Film nur betrachtet als einen weiteren Katastophenfilm mit direkter Anbindung an die Realität, der denkt etwas zu kurz.

Dieser Film wurde in enger Zusammenarbeit mit den Angehörigen produziert. Und es ist kein “typisch amerikanischer” Film. Es ist in der Tat ein Zeitdokument! Das mag sich etwas absurd anhören, weil es ja ‘nur’ ein Kinofilm ist, der wie jeder andere Kinofilm auch auf kommerziellen Erfolg ausgerichtet ist. Aber es ist tatsächlich so: Dieser Film ist ein Dokument der Geschichte Amerikas!

Ich habe ausserdem bei flickr ein paar Bilder ausgesucht von der Einschlagsstelle von “Flight 93″. Schaut euch Bilder und Film an! (Und natürlich hört meinen Podcast.)

Podcast #5: United 93

Sunday, April 30th, 2006

Hier ist die fünfte Episode. Ich habe mir den Film “United 93″ im Kino angeschaut und euch mitgenommen. Ausserdem nehme ich euch mit, wenn ich ein paar Gedankensprünge mache bezgl. der Frage “Was lernen wir daraus?”.

In der Episode erwähne ich auch Sam Harris. Wenn ihr ein Interview mit ihm wollt, dann geht doch bitte auf die Seite “http://www.samharris.org/index.php/samharris/contact” und sendet dort eine Mail an den Autor mit dem Inhalt “Please get back to Lars Schwabe from the Podcast www.wo-ist-amerika.de (lars@wo-ist-amerika.de), because I would like to hear your discussion about religion, beliefs, science, etc.” oder ähnliches.

 

HR 4437: And what about the Germans?

Sunday, April 23rd, 2006

Am Montag letzter Woche (und am Sonntag zuvor) haben in vielen Städten der USA Demonstrationen stattgefunden. Um was ging es da? Es waren Proteste gegen HR 4437. Und was ist das? HR 4437 ist ein Gesetzesentwurf des HR, also des “House of Representatives” (dem Repräsentatenhaus). Das Repräsentantenhaus ist eine der beiden Kammern des Kongresses, also der Legislative der USA. Die andere Kammer ist der Senat, in dem die Senatoren “sitzen”. In HR 4437 geht es um die Sicherheit der Grenzen, der Bekämpfung des Terrorismus und der illegalen Immigration. Es waren jedoch die geplanten Massnahmen gegen illegale Immigration, die viele Menschen auf die Strasse gebracht haben. Genauer: Eigentlich waren es grösstenteils die “Hispanics”, die meistens aus Mexiko kommenden spanischsprachigen Einwanderer. Alle Kundgebungen waren zweisprachig, zumindest die vor dem Rathaus in Salt Lake City und die Kundgebungen, die ich abends im Fernsehen gesehen haben.

Wir werden uns in den nächten Tagen noch genauer anschauen, was in HR 4437 eigentlich vorgeschlagen wird, welche Konsequenzen die Annahme dieses Gesetzesentwurfs hätte und inwiefern wir in Europa und insbesondere in Deutschland mit ähnlichen Problemen umgehen (siehe unser neues Zuwanderungsgesetz). Zuvor sollten wir doch eine Tatsache feststellen: Es geht um Menschen, die für sich und ihre Familie das Beste wollen! Und für sich und die eigene Famile das Beste zu wollen, ist sicherlich nicht typisch für die “Hispanics”. Es ist universell und grenzenlos. Universell und grenzenlos! Diese Formulierung erinnert an retro-linke Weltverbesserer. Mag sein. Ich will jedoch auf eine sehr einfache Tatsache hinweisen: Immigration aus politischen und insbesondere wirtschaftlichen Gründen ist ein weltweites Phänomen! Da wir momentan nur einen Planeten bewohnen, muss diese Herausforderung auch global gedacht werden, obwohl konkrete Massnahmen natürlich individuell konfiguriert werden müssen.

Das eigentliche ‘Problem’ ist sehr einfach: Wer darf Amerikaner (Deutscher, Franzose, Türke, Kubaner, etc.) werden? Wer darf rein und wer muss draussen bleiben? Ob nun polnische Niedriglohnhandwerker in Deutschland beispielsweise einem auf das Kleingeld bedachten Zahnarzt die Villa zu einem Bruchteil der ‘regulären’ Kosten überholen, oder ob ein “Hispanic” gleiches für einen Schwarzenegger-Wähler in Kalifornien macht, ist fast austauschbar. Das Problem ist ja universell und grezenlos.

Mich interessiert, was ihr darüber denkt:


Wer darf wie lange und unter welchen Bedingungen in Deutschland arbeiten und Geld verdienen? Wer darf Deutscher werden?

Podcast #4: Interview mit Lisa

Friday, April 14th, 2006

Wie bereits angekündigt: Hier ist die vierte Episode des Podcasts mit einem Interview mit Lisa Romney, die den Bürgermeister Rocky Anderson in Sachen Umwelt berät (www.slcgreen.com). Länge: 32 Minuten (15 MB).

 

Preisrätsel

Wednesday, April 12th, 2006

Bitte anschnallen: Ihr könnt auf meiner Site auch selbst Geld verdienen! Wer herausbekommt, was auf den beiden Bildern dort unten zu sehen ist, gewinnt einen ganzen USD. Ich sende euch den Schein (inkl. Illuminati-Symbol) per Post nach Hause. Als kleine Hilfe sei gesagt, dass diese Bilder im Nationalpark “Arches” aufgenommen wurden und ich ein Apple iBook auf dem Knie habe…

Herr und Frau B., sowie A. sind ausdrücklich ausgeschlossen, weil sie die Antwort kennen… (Danke, R., für diese geniale Idee!)

Schreibt eure Antworten einfach als Kommentar zu diesem Post. Alle Kommentare bis einschliesslich zum 30.4.2006 werden gewertet. Am Tag der Arbeit gibt es dann die Verkündung des Gewinners.

Oscar-preisgekrönt

Monday, April 10th, 2006

Bei den letzten Oscar-Verleihungen hat ein Film abgeräumt: Brokeback Mountain. Dieser Film ist ein Liebesfilm bzw. -drama. Untertitel: Love is a force of nature. Es geht um die Beziehung zwischen zwei Cowboys in den frühen 60er Jahren.

Anfang Januar haben sich die Manager eines grossen Kinos in Salt Lake City (dem Megaplex 17) kurz vor Filmstart entschlossen, diesen Film doch nicht zu zeigen. Warum? Kein Kommentar.

Ein Kinobetreiber ist ein Unternehmer (Megaplex gehört Larry Miller, einem Miteigentümer der Utah Jazz), der doch selbst entscheiden kann, welche Filme er zeigt und welche nicht. Wenn homosexuelle Cowboys ihm nicht liegen, dafür aber apokalyptische Weltuntergangsfilme wie Ice Ace 2, dann muss man sich ‘Brokeback Mountain’ eben in einem kleineren Kino anschauen. Wo ist das Problem?

Hier ist das Problem: Wir schreiben das Jahr 2006, in dem der Präsident des ‘Utah Eagle Forum’ diese Aktion wie folgt kommentiert.

‘Ich denke, dass dies insbesondere den Jugendlichen zeigt, dass in diesem Film etwas nicht in Ordnung ist.’

Im Jahr 2006 (kein Scherz!) ist homosexueller Geschlechtsverkehr in Utah per Gesetz verboten. Im Jahr 2006 ist oraler/analer Sex per Gesetz nicht nur im Mormonenstaat, sondern in 13 Staaten verboten: Texas, Kansas, Oklahoma, Missouri, Alabama, Florida, Idaho, Louisiana, Mississippi (krasses Wort aus vier Buchstaben? Mississippi!), North Carolina, South Carolina, Virginia und Utah.

Die Tatsache, dass derartige Gesetze auch heute noch gültig sind, mag man vielleicht augenzwinkernd als einen kleinen Beitrag zur amerikanischen Geschichte deuten. Als eine Konserve vergangener Zeiten. Wie schön, wenn es wirklich so wäre!

Podcast #3: Interview mit Judy (zweiter Teil)

Friday, April 7th, 2006

Und hier ist der zweite Teil meines Interviews mit Judy Davids von den Mydols. Es geht um ‘Mom-Rock’, Kinder aufziehen in den USA, etc. Ausserdem spiele ich zwei Songs von den Mydols. Länge: 36 Minuten (17 MB).

 

Unorganisiertes Territorium

Friday, April 7th, 2006

Wusstet ihr, dass zu den USA auch unorganisiertes Territorium gehört? Und damit ist weder der Irak, noch das weisse Haus gemeint.

So gehören einige Inseln zu den USA, die zu keinem Staat gehören. Eine Inselgruppe, die diesen Status hat, ist “American Samoa“. Im zweiten Weltkrieg ein Stützpunkt der Amerikaner. Eine eigene Verfassung gab es 1967. Seit 1988 macht diese Inselgruppe auch bei den Olympischen Spielen mit. Und “American Samoa” verwaltet sich selbst. Ausserdem gibt es eine eigene Fussball-Nationalmannschaft, die sich leider nicht zur WM in Deutschland qualifiziert hat. Das Team hält die rote Laterne in der FIFA-Weltrangliste, aber dafür auch einen Rekord im internationalen Fussball: am 11.4.2001 hat das Team mit 0:31 gegen Australien verloren. (Mit Jens Lehmann wäre das nicht passiert, mit Herrn Kahn vielleicht…)

Wenn ihr mit dieser Information beispielsweise bei “Wer wird Millionär” abräumt, dann will ich meinen Anteil davon!

Schwarz-Grün (Vorschau auf Podcast #4)

Tuesday, April 4th, 2006

Gerade sind die Gespräche zwischen der CDU und den Grünen in Baden-Würtenberg beendet worden. Ergebnis: Die Koalition von CDU und FDP wird fortgeführt. Zumindest hat man miteinander gesprochen und sich gegenseitig versichert, dass es grosse Gemeinsamkeiten gibt.

Wie sieht es eigentlich mit Umweltpolitik hier in den USA aus? “Die machen bei Kyoto nicht mit und denen ist die Umwelt (und der Rest der Welt) ohnehin egal.” So lautet eine typische Meinung, die wohl auch nicht ganz falsch ist, zumindest bezogen auf die derzeitige Regierung. Die Grünen in den USA spielen nahezu keine Rolle, jedoch gibt es durchaus nicht nur sehr viele Amerikaner, denen die Umwelt nicht egal ist, sondern auch zahlreiche engagierte Politiker und Initiativen.

Ich lebe hier in Salt Lake City, im Bundesstaat Utah. Utah ist jetzt der Heimatstaat der Mormonen. Ausserdem gibt es in Utah bei nahezu jeder Wahl die meisten Stimmen für die Republikaner. Weitaus mehr als in allen anderen Staaten der USA. Utah ist extrem konservativ. Es ist jedoch interessant, dass Salt Lake City einen demokratischen Bürgermeister hat: Rocky Anderson. Er wird als integre Persönlichkeit sehr geschätzt und hat sich einen Namen mit Initiativen in der Umweltpolitik gemacht.

Im Podcast #4 treffe ich Lisa Romney, die den Bürgermeister in Sachen Umweltpolitik berät und zahlreiche “grüne Projekte” in Utah betreut. Reinhören! Dieses Beispiel zeigt: Engagierte Persönlichkeiten können in einem Umfeld, das durch und durch konservativ und durch religiösen Fundamentalismus geprägt ist, kleine Inseln des “Fortschritts” gründen. Viele Grüsse an den Süden Deutschlands…