Archive for November, 2006

Unsere Hymne

Thursday, November 30th, 2006

Der Podcast hatte ja eine Weile Ruhe. Einfach nur, um sich auszuruhen. Aber auch, weil ich die Staaten verlassen habe. Nicht aus Protest, sondern um in der Schweiz zu arbeiten. Ach du liebe Schweiz: So vordergründig un- und übernational, so wenig amerikanisch. So wenig offen, trotz all der Offenheit. Kein Dylan, kein Luther-King, dafür Frisch.

Uns geht es jedoch um die Staaten! Deswegen wollen wir weder die Einwanderungsgesetzdebatte in den Staaten noch die in Deutschland vergessen. Und deswegen schon ein Vorgriff auf ein Sommermärchen: die Nationalhymne, produziert von RBB Online:

Und hier der Link zur Hymne, die auch im neuen Podcast auftauchen wird.

Lemminge und GoW

Sunday, November 26th, 2006

Nur ein kurzes Zitat (Quelle auf www.xbox.com): “As Gears of War emerges throughout the world ahead of the holiday sales rush, the Xbox 360 juggernaut has sold an impressive one million copies world-wide in just its first two weeks of release—elevating the game to the fastest-selling title of 2006 and fastest-selling Xbox 360 game of all time.” GoW ist also das unmittelbar nach Veröffentlichung am besten verkaufte Spiel 2006 für die XBox 360.

Wen wundert das?

(Flickr-Bild)

Und wen interessiert das?

Natürlich ist der Massenmord der Lemminge eine Legende, aber hinreichend willenlos und vom Marketing bestimmt scheinen die Konsumenten schon zu sein?

Glückwunsch an Microsoft: Operation gelungen! Die Gehirnmanipulation kann weiter gehen…

P.S. Kennt jemand vielleicht Details zu dieser Verkaufsstatistik? Sind es nur unsere Freunde aus den USA, die auf die Veröffentlichung gewartet und dann gleich GoW gekauft haben? Oder sind wir bereits gleich geschaltet…?

Japaner bekriegen sich in den USA

Friday, November 17th, 2006

An diesem Wochenende ist es nun soweit: Sony und Nintendo liefern sich ein erstes Gefecht, das Vorspiel zum Weihnachtsgeschäft. Ab heute gibt es nämlich in den USA (vor ein paar Tagen war es in Japan soweit) die PS3 zu kaufen und ein paar Tage später das neue Nintendo Wii.

Wie auch beim PS3/Wii Vergleich, so ist Nintendo auch beim DS/PSP Vergleich technisch weit unterlegen. Mit Kreativität und Köpfchen hat Nintedo mit dem Nintendo DS Sonys PSP jedoch den Rang abgelaufen. Inwiefern sich das wiederholen wird, bleibt abzuwarten. Die Kritiker sind jedoch alle begeistert vom Wii, oder eher: vom neuen Kontroller.

Übrigens ist die PS3 derart teuer, dass sich der Spieler dafür ein Wii und eine XBox 360 kaufen kann. Typisch für Microsoft wäre es gewesen, pünktlich zum Start der PS3 in den USA einen Pearl Harbour Shooter herauszubringen. Aber vielleicht entwickelt sich die Story von Gears of Wars noch in diese Richtung, zum Beispiel, indem die kampfunfähig zu machenden Gegner mit blauen Lasern schießen…

Kennedy-Museum am Pariser Platz

Wednesday, November 15th, 2006

Gerade tanzten wir noch auf der Mauer am Pariser Platz und schon eröffnet dort, wo hinter Absperrungen ostdeutsche Fans einst den Konzerten vor dem Reichstag lauschten, das deutsche Kennedy-Museum (www.thekennedys.de), eine Dauerausstellung der Galerie Camera Work.

Und da in den letzten Tagen Wahl in den USA war: Kennedy hat seine Wahl auch nicht gerade um Längen gewonnen, zumindest gemäß unseres Mehrheitswahlrechts. Von dem absurden Wahlmännersystem profitieren also machmal auch “die Guten”. Der gute Nixon kam dann nach Eisenhower trotzdem ins Weisse Haus… Die beiden Bilder habe ich im Kennedy-Museum in Boston gemacht.

Und wenn ihr im Kennedy-Museum in Berlin seid und nicht von dort kommt: Am Pariser Platz (Bhf “Unter den Linden”, zu erkennen etwas weiter hinten auf dieser Webcam) dann in die S1 bis Yorkstraße, in die U7 Richtung Rathaus Spandau, Bayerischer Platz aussteigen und den Rest laufen, dann ist man am Rathaus Schöneberg (“Isch-bin-ein-Berliner”).

The hallway smells different

Wednesday, November 8th, 2006

Ich schlenderte gerade in mein Halliburton-Beraterbüro im Pentagon, als sich mein sechster Sinn meldete: Irgend etwas war anders. The hallway smells different! Auf der Toilette habe ich dann Donald Rumsfeld getroffen und er hat mir gesagt, dass es nun aus ist. Aus und vorbei. Er tritt zurück.

Nun ist er also zurück getreten. Als diese Breaking News Meldung über meinen Bildschirm lief, habe ich sofort ein Schröder-eskes Manöver vermutet. Die Flucht nach vorne. Man habe Attacken der Demonkraten (obwohl Virgina noch gar nicht ausgezählt ist) gegen Donald erwartet und sei somit einem lähmenden Stillstand zuvor gekommen. Aber diese Begründung wurde den Verantwortlichen wohl noch nicht empfohlen. Das finden wir dann erst in der Rumsfeld-Biografie.

Bushs erste Begründung war: “The timing was right for a new Pentagon leader.” Man brauche neue Perspektiven auf das Chaos im Irak. Bob wird Donalds Nachfolger. (Übrigens ungaublich, dass nur ein paar Minuten nach den entsprechenden Breaking News Bobs Wikipedia-Seite aktualisiert wurde. Zufall? Big Brother? Wahlmaschinen? NSA?)

Insgesamt macht Bush, leider macht er es während meines Tippens dieses Posts immer weniger, eine recht gute und ehrliche Figur bei seiner ersten Pressekonferenz nach den Wahl. Das ist mir schon öfter aufgefallen: Wenn er nach ein paar Minuten Ansprache locker und spaßig wird, dann meldet sich wieder mein Fremdschämgefühl und verdrängt den noch schüchternen Respekt. Vielleicht solle er sich seine Redezeit beschränken lassen?

Vielleicht ist er nach der Niederlage ja doch ein wenig wiedergeboren. Aber bitte schön auf dieser Welt.

Wahlcomputer

Wednesday, November 8th, 2006

Wen wundert es, dass es mit den Wahlcomputern Probleme gibt? Glücklicherweise gibt es Probleme! Das gehört leider dazu. (Hat Software aus den USA überhaupt schon einmal irgendwo problemlos funktioniert?)

Weitaus verdächtiger wäre es nämlich, wenn es keine Probleme mit Wahlcomputern gegeben hätte. Wird die Stimme per Wahlcomputer abgegeben, dann kann eben nicht ein weiteres Mal nachgezählt werden, obwohl Nachzählen nicht immer zählt, wie die Floridaerfahrung gezeigt hat. Gerade als Informatiker lehne ich deshalb die Wahl über Wahlcomputer ab!

Wer mehr über Wahlcomputer, deren Risiken und den in Hamburg propagierten Wahlstift wissen will:

Und wer gerne “Online” und “Demokratie” in einem Satz sagt, oder dies gerade nicht tun will, kann doch einfach die Onlinepetition online unterschreiben.

Die Kandidaten

Tuesday, November 7th, 2006

Es sind zwar nicht unsere Wahlen, wer jedoch ein Tabellen- und Datenbankfan ist, wird sicherlich gerne einmal bei www.congress.org einen Blick auf die Kandidaten werfen wollen. So finden wir dort zum Beispiel auch Hillary Clinton, Senatorin im Bundesstaat New York.

Bei den “Election 2006: Candidates & Information” unter “Hot Races” zum U.S. Senat findet ihr dann auch das gestern schon angesprochenen offene Rennen in Tennesse.

Ausserdem ein Nachtrag zum Post von gestern: Ich hatte die wichtigsten Fakten zu den Wahlen genannt. Insbesondere habe ich die 435 neu zu wählenden Repräsentanten erwähnt. Und jetzt bitte aufpassen, liebe Heute- und Tagesschau-Nachrichten, liebe Privatsender, liebe Videotextredationen, etc.: Es werden 439 Repräsentanten neu gewählt. Ich hatte American Samoa (wir erinnern uns), das “District of Columbia“, “Guam” und die Jungferninseln vergessen. Alle entsenden einen Repräsentanten, der im Repräsentantenhaus jedoch nicht oder nur arg eingeschränkt stimmberechtigt ist. Wir wollen die vier doch nicht übergehen…

Wird es eng?

Monday, November 6th, 2006

Als Nachtrag zum letzten Post: Wer oder was wird nochmal morgen am Dienstag eigentlich gewählt?

Es finden eigentlich drei Wahlen statt, und zwar i) die Wahlen zum Repräsentantenhaus, die ii) die Wahl von 33 der 100 Senatorenposten im Senat und iii) die Wahl der Gouverneure in 36 der 50 Bundesstaaten.

Der Kongress besteht aus zwei Kammern: Im Senat sitzen 100 Senatoren und im Repräsentantenhaus sitzen 435 Repräsentanten. Im Senat wird zwar nur über 33/100 der Sitze abgestimmt, im Repräsentantenhaus werden jedoch alle 435 neu besetzt. Momentan haben die Republikaner in beiden Kammern des Kongresses die Mehrheit. Nun werden also 33+435=468 von insgesamt 535 Sitzen im Kongress neu vergeben. Das sind 87% der Sitze im Kongress, die neu vergeben werden! Vielleicht wird jetzt klar, warum diese Wahlen so wichtig sind. Und bis jetzt hatten die Demokraten klar die Nase vorn.

Im Repräsentatenhaus fehlen den Demokraten 15 weitere Sitze für die Mehrheit. Die Umfragen legen nahe, dass die Demokraten dies auch schaffen werden. Aber wie sieht es mit den 6 weiteren Sitzen aus, die den Demokraten noch für eine Mehrheit im Senat fehlen? Das eher boulevardeske (endlich kann ich dieses Wort einmal schreiben!) Blatt “USA Today” prophezeit, dass es knapp wird. Mit anderen Worten, im Repräsentantenhaus werden die Demokraten zwar wahrscheinlich gewinnen. Für den Senat werden es wieder irgendwelche Bundesstaaten sein, in denen schmutzigste Schlachten bis zur letzten Minute ausgefochten werden. Diesmal sind es wohl Tennessee (und wieder einmal: krasses Wort aus vier Buchstaben? Tennessee!) und Virginia, in denen über ein Stück auch unserer Zukunft entschieden wird.

Um darum geht es:


Links: Der Blick vom Kapitol. Rechts: Der Blick auf das Kapitol.

Bush verlässt das weiße Haus

Monday, November 6th, 2006

Lange nichts mehr voneinander gehört, oder? Aber wir sind noch da!

Morgen, am 7. November, sind in den USA Kongresswahlen. Und das bedeutet, dass des Präsidenten Macht nun bald recht eingeschränkt sein wird, weil die Demokraten wohl die Mehrheit erringen werden. Vorausgesetzt natürlich, es wird keine allzu dreiste Wahlfälschung geben, um die Haut der Partei des bereits einmal gewählten (Achtung: nicht wiedergewählten!) Präsidenten im Fotofinish zu retten.

Und was bedeutet das für uns? Es bedeutet, dass unsere Bundeskanzlerin bald in Texas eine Grillparty feiern wird, weil Präsident Bush bald mit echten FreundInnen in die Kamera winken will.

Übrigens: Es sind nur noch 805 Tage bis zum 20. Januar 2009…