Kettensägenbajonette und Gehirnverschmutzung
Sunday, March 18th, 2007Derzeit laufen gerade noch die Demonstrationen in Washington gegen den Krieg im Irak. Gerade hat Krasniqi in Stuttgart im Boxen gegen Minto gewonnen. Und gerade habe ich meine XBox 360 ausgeschaltet, nachdem ich etwa eine Stunde lang in einem virtuellen Einkaufszentrum Zombies verprügelt habe. Was hat das miteinander zu tun?
Im nächsten Podcast geht es um Computerspiele und deren Stellenwert in den USA. Dazu habe ich mit dem Macher des Planet XBox Podcasts gesprochen. Und natürlich werden dann auch die sogenannten Killerspiele erwähnt. Ich selbst bin ein grosser Fan des Verprügelns von Zombies (bei Dead Rising) und zerlege schon mal gerne mein Gegenüber mit dem Kettensägenbajonett (bei Gears of War).
Die beiden Spiele “Gears of War” und “Dead Rising” sind in Deutschland nicht in den Läden erhältlich. Beide Spiele sind jedoch im Jahr 2006 ganz vorne dabei, wenn es um das beste Spiel des Jahres geht. Ist dies bezeichnend für die ohnehin stumpfsinnigen Computerspieler? Beide Spiele sind sehr innovativ und mit viel Liebe gemacht. Sie stehen in Deutschland jedoch “auf dem Index”. Ein Spiel wie beispielsweise GTA können die Kids jedoch ohne Probleme im Laden kaufen, um dann anschliessend virtuell Prostituierte mit Baseballschlägern auf dem Hinterhof zu verprügeln.
Natürlich bin ich der Meinung, dass gewaltverherrlichendes Material nicht in Kinderhände gelangen bzw. ganz verboten werden sollte. Das Beispiel zeigt jedoch, dass unser Jugendschutz nicht befriedigend funktioniert. Und es zeigt ausserdem, dass eine “Killerspiele verbieten”-Polemik an der viel komplexeren Realität vobei schießt. Es muss eben jeder Einzelfall genau geprüft und dann entschieden werden.
Und wenn das virtuelle Verprügeln von ganz eindeutig fiktiven und unzweideutig bösen virtuellen Zeitgenossen (Zombies und Locusts) zu verbieten sei, dann habe ich noch weitere Vorschläge für Verbote: die Entrüstung über Killerspiele mit anschließendem Abnicken von Tornadokampfeinsätzen in Afghanistan, das Anbiedern an eine skrupellose und gewissenlose US-Regierung, die Duldung des Kriegsdienstes, Boxübertragungen im TV, etc.
Abschließend ein Zwischenergebnis einer wahrscheinlich nicht repräsentativen Umfrage auf www.heute.de:
