Natürlich habe auch ich gerade die Vereidigung im Fernsehen gesehen, bei CNN. Ich hatte es gerade noch rechtzeitig geschafft, um die letzten Töne der Streicher zu hören und den Hinweis des Kommentators, dass Obama ab 12:00 Uhr ohnehin Präsident ist, auch ohne den Eid geschworen zu haben.
Für das Logbuch nochmal kurz, was beim Schwören eigentlich etwas holprig war. Chief Justice Roberts hatte vorgegeben: “that I will execute the office of the president to the United States faithfully.” Obama hätte laut Verfassung aber sagen sollen: “that I will faithfully execute the office of the president of the United States.” Obama hatte dies bemerkt und gesagt: “that I will execute – ” und pausierte. Roberts hat dann nochmal ab “faithfully the office of president of the United States” vorgesprochen, Obama hat dann jedoch weitergesprochen “the office of the president of the United States faithfully” und blieb somit bei der ersten Version.
Eigentlich ist dies eine Nebensächlichkeit, aber für mich (nachdem ich bei der Antrittsrede schon wieder ein wenig ermüdete und deshalb im Netz nach den korrekten Worten gesucht hatte) doch ein kleiner Höhepunkt. Kann der Kontrast zum Vorgänger krasser demonstriert werden als durch diese Nebensächlichkeit? Nicht nur, dass der Vorgänger aus Gewohnheit ohnehin nachgeplappert hätte, was ihm vorgesagt wird, er wäre mit der Situation wohl auch nicht so umgegangen wie Obama, wenn er den Fehler bemerkt hätte. Hoffentlich ist dies exemplarisch für die Amtsführung.
Ich hatte auch geschrieben, dass ich bei der Antrittsrede bereits ermüdete. Warum? Ich kann bereits jetzt schon nicht mehr die ganzen Formulierungen hören, mit denen der neue Präsident seine Nation zusammenschweisst. I got the message! Ich befürchte nur, dass in unserem Superwahljahr sich der eine oder andere davon inspirieren lässt. Steinmeier und Merkel sind sicherlich keine Kandidaten dafür, aber wenn ich an TSG@Hessen denke, der von “Yes, we can!” spricht, muss ich zwanghaft an die ersten Minuten des Films “Little Miss Sunshine” denken, nur mit anderen Charakteren. (Wenn ihr den Film nicht kennt, dann schaut ihn euch an. Ein Überraschungserfolg beim Sundance Festival und ein echter “road movie”.)
Ach ja, und sollte ich eigentlich weitermachen mit dem Blog? Meine Bush-Uhr zählt bereits rückwärts. Da mein Blog aber gerade über die “guten Seiten” der USA berichten soll, und sich dieses Land nicht von heute auf morgen geändert hat, und gerade wenn es sich zum Positiven ändert, dann gäbe es ohnehin mehr zu berichten, beende ich es hier nicht. Joe Sixpack trinkt zur Amtseinführung erstmal ein “German Beer”.